35 Millionen für Luxus statt bezahlbaren Wohnraum

Rund 35 Millionen Euro will die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) in die Sanierung und Erweiterung des ehemaligen Bundesgästehauses auf dem Petersberg investieren, wie die Immobilienzeitung jüngst berichtete.

BImA-Vorstand Axel Kunze will allerdings nicht nur Geld für die Instandhaltung ausgeben sondern auch in die „Substanz investieren“.

Durch strukturelle Veränderungen sollen die Voraussetzungen für eine bessere Nutzung des ehemaligen Gästehauses als Hotel geschaffen werden. Der Einbau einer Klimaanlage und die Verbesserung der Ausstattung und Aufteilung der Gästezimmer scheinen ebenso wahrscheinlich wie die Modernisierung und Vergrößerung des Wellnessbereichs. Natürlich darf auch die energetische Sanierung nicht fehlen.

Da die derzeitige Anzahl von weniger als 100 Zimmern laut Kunze einen Wettbewerbsnachteil darstelle, wünsche man mittelfristig auch Unterstützung für eine Erweiterung der Übernachtungskapazität. Das heißt wohl wenn man es richtig liest, dass die derzeitig veranschlagten 35 Millionen Euro diese Erweiterungen noch nicht beinhalten.

Zum wirtschaftlichen Betrieb werden laut Kunze zusätzlich 50 bis 60 Zimmer benötigt.

 

Es ist schon erstaunlich, wie die BImA mal eben 35 Millionen Euro für die Luxussanierung eines Hotels investiert, dessen Gewinne dann sicher auch nicht ausschließlich in die eigenen Bundestaschen fließen. Wenn sich hier kein Investor findet, der diese Kosten übernehmen möchte, dann liegt es vielleicht schlicht und ergreifend daran, dass sich keine Gewinne damit machen lassen – jedenfalls nicht, wenn man die Sanierungskosten selbst tragen muss.

Bei Mehrfamilienhäusern sah das in der Vergangenheit anders aus, da musste oder wollte die BImA nicht in die Sanierung von Bundeseigenen vermieteten oder nicht vermieteten Gebäuden investieren. Da wurde einfach meistbietend an Spekulanten verkauft, die dann, nach entsprechender Luxussanierung die Mieten in die Höhe trieben und tüchtig abkassierten.

Vielleicht sollten die 35 Millionen Euro, und die Vergangenheit hat ja bereits gezeigt wie verlässlich solche Angaben sind, besser in die Sanierung bundeseigener Wohnungen zur Schaffung und Erhaltung bezahlbaren Wohnraums fließen.

Link zum Beitrag der Immobilienzeitung.

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